Zwischen Staatsräson, innerkirchlichem Druck und politischer Anpassung: Der Text zeichnet nach, wie die Evangelische Kirche in Deutschland sich seit dem 7. Oktober 2023 einseitig auf Seiten Israels positionierte – und dabei das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung systematisch ausblendete. Anhand von Stellungnahmen, Predigten und kirchlichen Entscheidungen entsteht das Bild einer Institution, die Kritik delegitimiert, Begriffe tabuisiert und sich zunehmend von internationalen kirchlichen Stimmen isoliert. Der evangelische Theologe Manfred Jeub analysiert ein moralisches Versagen, das vom Schweigen über Verharmlosung bis hin zur aktiven Parteinahme reicht.
22. Oktober 2023: Vor dem Brandenburger Tor hatte die deutsch-israelische Gesellschaft die gesellschaftlichen Eliten des Landes zu einer Kundgebung unter dem Motto „Aufstehen gegen Terror, Hass und Antisemitismus – in Solidarität und Mitgefühl mit Israel“ zusammengebracht. Die damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Annette Kurschus hielt eine stark emotionalisierende Rede. Sie sagte:
„Auch wenn es keine Worte gibt, wäre es falsch zu schweigen. Was ich sehe, zerreißt mir das Herz. Und es muss immer und immer wieder ausgesprochen sein: Wir sind solidarisch mit Israel. Wir sind solidarisch mit Euch, den Jüdinnen und Juden hier in Deutschland. (…) Es gibt kein Vertun: Massenmord ist Gottlosigkeit! Antisemitismus ist Gotteslästerung! Es gibt keine Rechtfertigung für Judenhass. Und jeder Versuch, das Massaker vom 7. Oktober zu relativieren, ist Antisemitismus. (…) Es war ein antisemitischer Pogrom, der den Freudentag Simchat Tora in einen Trauertag verkehrt hat.“
Hier sind bereits die meisten Merkmale der Positionierung versammelt, die in den kommenden zwei Jahren unverändert bleibt: Der Staat Israel und das Judentum werden miteinander identifiziert. Die Kriegsverbrechen von Hamaskämpfern werden als „antisemitischer Pogrom“ eingeordnet und aus ihrem Kontext gerissen. Wer ihn anzusprechen wagt, „relativiert“ und ist Antisemit. Die Geschehnisse des 7. Oktober werden isoliert – nicht nur von ihrer Vorgeschichte, sondern auch von ihrem Danach. Die Bischöfin malt die Gräueltaten der Hamas aus, verliert aber kein Wort über Israels Vergeltung, die zum Zeitpunkt der Kundgebung bereits Todesopfer im höheren vierstelligen Bereich gefordert hatte.
Eine Woche später sagte der palästinensische Theologe und lutherische Pfarrer Dr. Mitri Raheb im Spiegel-Interview: „Was mich aber gerade jetzt in Deutschland empört, ist, dass viele überhaupt kein Mitgefühl für die Tausenden zivilen palästinensischen Opfer im Gazastreifen haben, als ob wir keine Menschen wären oder als ob unsere Leben weniger wert wären.“
Der ökumenische Weltkirchenrat (ÖRK), in der die deutschen evangelischen Kirchen in Sachen Israel-Palästina schon länger eine Außenseiterposition einnehmen, äußert sich Mitte November 2023 offiziell: „Bei der Untersuchung der aktuellen Situation im Gazastreifen, der von der israelischen Armee angegriffen wird, sind der ÖRK und die Kirchen in der Region entsetzt über Israels unverhältnismäßige Vergeltungsaktionen, die wir verurteilen. Wir haben die willkürlichen Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Krankenhäuser, Kirchen und Moscheen seitens der israelischen Armee gesehen.“ Eine solche Feststellung, die Israel klar in der Täterrolle anspricht, ist hierzulande bis zum heutigen Tag tabu.
Weihnachten 2023: Die Welt blickt entsetzt auf eine immer weiter zunehmende Verwüstung des Gazastreifens; die Zahl der gemeldeten Toten, zu zwei Dritteln Zivilisten, hat die 20.000er-Marke überschritten. Der Evangelische Pressedienst (epd) meldet:
„Die kommissarische Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, hat zu Weihnachten ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus gefordert. ‚Nie dürfen wir vergessen, dass dieses lichte Krippenkind in Bethlehem ein jüdisches ist. Aus ihm heraus ist das Christentum erwachsen’, forderte die Hamburger Bischöfin und verband ihre am Freitag in Hannover veröffentlichte Weihnachtsbotschaft mit dem Appell ‚Nie wieder Antisemitismus‘.“
Eine Durchsicht der traditionellen Weihnachtsbotschaften der leitenden evangelischen Geistlichen ergibt, dass sich dieser Methode, über das „jüdische Kind in der Krippe“ Israelsolidarität zu erzeugen, auch die Bischöfe von Berlin und Mitteldeutschland bedienen. Meist aber wird vermieden, das Thema direkt anzusprechen. Einzig die badische Bischöfin scheint Palästina-Empathie aufzubringen, jedenfalls auf den ersten Blick: „In der Weihnachtskirche in Bethlehem – direkt neben der Geburtskirche Jesu – hat der Pfarrer eine besondere Krippe aufgebaut. Ein Haufen Trümmersteine, auf denen am Rand Holzfiguren stehen. In der Mitte liegt das Jesuskind, schutzlos zwischen den Trümmern.“ Dass es in eine Kuffiye gehüllt ist, fehlt in der Beschreibung und mit dem nächsten Satz wird das Konkrete in ein allgemeines Beklagen von Gewaltopfern verflüchtigt: „Es erinnert an all die Kinder und Erwachsenen, die unter den Trümmern des Krieges verschüttet sind, an so vielen Orten der Welt.“ Genaugenommen verfälscht die Bischöfin die eigentliche Aussage der Krippendarstellung, die der Ortspfarrer Munther Isaak in einer erschütternden Weihnachtspredigt klargemacht hat.
Frühjahr 2024: Der Weltgebetstag der Frauen am 1. März, international mit einer einheitlichen Liturgie gefeiert, die jeweils von Frauen wechselnder Länder vorbereitet ist, führte in Deutschland zu einem Eklat. Denn 2024 waren die Palästinenserinnen an der Reihe. Die schon gedruckten Hefte wurden eingestampft und über die Köpfe der Verfasserinnen hinweg durch eine zensierte Fassung ersetzt – ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der ökumenischen Veranstaltung. Damit reiht man sich kirchlich in die staatliche Linie ein, palästinensische Stimmen und Palästinasolidarität in Deutschland zum Verschwinden zu bringen.
Die Absage von Veranstaltungen, Verweigerung von Räumlichkeiten und die vorsorgliche Vermeidung von Themen, bei denen Kritik am Staat Israel zu befürchten ist, sind bezeichnend. Die Evangelischen Kirchentage haben die Behandlung des Themas Israel-Palästina schon länger Veranstaltungen außerhalb des Programms überlassen. Beim Kirchentag in Nürnberg 2023 verbot die Kirchentagsleitung erstmalig das Zeigen der wissenschaftlich fundierten Nakba-Ausstellung, 2025 in Hannover ging die Ausgrenzung noch weiter.
Es sind kleine Gruppen der kirchlichen Friedensbewegung, die sich gegen das Wegsehen beim immer brutaleren israelischen Vorgehen im Gazastreifen öffentlich wehren, als Beispiel die Pressemitteilung des Forums Friedensethik in der Evangelischen Landeskirche in Baden (FFE) „Zum Gewaltexzess in Gaza“, wo es heißt: „Als Mitglieder der Kirche empört uns das dröhnende Schweigen der deutschen Kirchen angesichts des vor unseren Augen ablaufenden Massenmordes an der Zivilbevölkerung in Gaza. Die Geschichte lehrt, wie Christen sich durch Schweigen schuldig machen.“ Die „Kooperation für den Frieden“, ein Zusammenschluss von über fünfzig Friedensinitiativen, hat sich diese Erklärung zu eigen gemacht, die evangelischen Amtskirchen haben nicht einmal darauf reagiert. Sie folgten weiter der Sprachregelung in den deutschen Medien, stets auf den Terrorangriff der Hamas zu rekurrieren, so dass, was immer in Gaza geschah, als israelische Selbstverteidigung erschien. Die im Verlauf des Jahres 2024 sich häufenden israelischen Kriegsverbrechen, die im November zu Haftbefehlen gegen Benjamin Netanjahu und Joaw Galant durch den Internationalen Strafgerichtshof führten, wurden von der Evangelischen Kirche in Deutschland nie beim Namen genannt. Vielmehr war verschleiernd von einer „humanitären Katastrophe“ die Rede, als habe ein Erdbeben den Gazastreifen getroffen.
Oktober 2024: Die Anzahl der Hingemordeten in Gaza, mehrheitlich Frauen und Kinder, hat sich inzwischen auf über 40.000 verdoppelt, die der Verletzten erreicht die 100.000, die Bevölkerung wird hin und her getrieben. In Deutschland wird der 7. Oktober als Gedenktag für die Opfer des Hamas-Massakers vor einem Jahr begangen. Die EKD verlautbart ihre Israelsolidarität diesmal gemeinsam mit der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. In der Evangelischen Kirche in Westfalen gibt die Kirchenleitung eine pathetisch mit Psalm-Vers garnierte und an Einseitigkeit kaum zu überbietende „Stellungnahme“ heraus, die für Tod und Zerstörung im Gazastreifen nicht Israel, sondern die Hamas verantwortlich macht. Die Gemeinden werden gebeten, „die hier aufgeführten Standpunkte zu übernehmen“. Zeitgleich haben dreißig deutsche Menschenrechtsorganisationen einen gemeinsamen Demonstrationsaufruf formuliert.
Der Vergleich der Sichtweisen ist aufschlussreich und zeigt, wohin sich die Kirche inzwischen manövriert hat. Das Reinwaschen Israels ist durchaus kein Einzelfall. In der Osterzeit 2025 erging in Baden ein von Landesrabbiner, Landesbischöfin und Erzbischof gezeichnetes Schreiben an alle Gemeinden, in dem es heißt: „Trotz des Krieges in der Ukraine, trotz des Leids, das die terroristische Hamas am und nach dem 7. Oktober über Israel, vor allem die Geiseln und deren Familien, sowie über die Bevölkerung Gazas gebracht hat …“ Der Alleinschuldige steht fest und das Verhältnis zu den israelloyalen jüdischen Gemeinden unter dem Zentralrat der Juden ist ungetrübt.
Das Jahr 2025: Die Zerstörung des gesamten Gazastreifens geht weiter. Israel bricht einen zwischenzeitlichen Waffenstillstand, denn mit dem Wahlsieg Trumps kann sich die israelische Regierung uneingeschränkter Unterstützung sicher sein. Hunger wird als Waffe eingesetzt. Entsprechend steigen die Opferzahlen, schließlich über 70.000, nach unabhängigen Studien noch deutlich höher.
Zu alldem schweigt die deutsche Evangelische Kirche. Als Trump im Beisein von Netanjahu öffentlich seine zynischen Riviera-Pläne für einen gesäuberten Gazastreifen verkündete, rief der Generalsekretär des Weltkirchenrats alle Christen auf, „sich gegen diese ungeheuerliche Verletzung der Menschenwürde und des Völkerrechts zur Wehr zu setzen.“Die EKD schwieg. Schon zu Beginn des Jahres 2024 hatte der Staat Südafrika beim Internationalen Gerichtshof wegen des Völkermords in Gaza Klage gegen Israel erhoben, die angenommen ist; die Bundesrepublik Deutschland intervenierte zu Gunsten Israels. Das Verfahren ist langwierig, aber im weiteren Verlauf des Gazakrieges häuften sich die Indizien. Inzwischen kommen Untersuchungen von Menschenrechtsorganisationen, Genozidexperten, auch jüdischen wie dem Holocaustforscher Omer Bartov, und der UN-Kommission des Menschenrechtsrates übereinstimmend zu dem Schluss, dass die Kriterien eines Völkermordes erfüllt sind.
In Deutschland dagegen steht die Bezeichnung „Genozid“ für das israelische Vorgehen im Verdacht der strafbaren Volksverhetzung. Die evangelische Kirche, die schon länger die Ächtung von Begriffen betrieb, wie etwa „Apartheid“ für Israels ethnokratisches Regime, wurde sofort aktiv, als der in Johannesburg tagende Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen am 24. Juni 2025 die „Erklärung zu Palästina und Israel: Ein Aufruf zur Beendigung von Apartheid, Besatzung und Straflosigkeit in Palästina und Israel“ veröffentlichte. Die EKD weist die Erklärung der Weltkirche zurück und schiebt die Schuld einmal mehr der Hamas in die Schuhe. Dass die EKD auch „Genozid“ in ihre Liste der verbotenen Wörter aufgenommen hat, zeigt die Reaktion auf die Benutzung des Begriffs durch den palästinensischen Bischof Azar in Jerusalem am Reformationstag 2025. Sie führte zu innerkirchlichem Widerspruch.
Am 7. Oktober 2025 fand in Deutschland der zweite Gedenktag zur Erinnerung an die Hamas-Gräuel statt. Für die öffentliche Deklaration hatten sich in diesem Jahr alle evangelischen Landeskirchen zusammengetan. Sie beginnt:
„Der 7. Oktober markiert den Tag des schlimmsten Massakers an Jüdinnen und Juden seit der Shoa: Terroristen der Hamas griffen Israel in einem beispiellosen Terrorakt an, ermordeten über 1.000 Menschen, verschleppten 251 und verletzten viele weitere. Dieses Verbrechen hat tiefe Wunden hinterlassen – bei den Opfern und ihren Familien, in der israelischen Gesellschaft und bei Jüdinnen und Juden weltweit.“
Hier begibt sich die Evangelische Kirche durch einen Holocaustvergleich, den man ansonsten als Antisemitismusmerkmal behandelt, in unmittelbare Nähe zur Staatsideologie Israels, die besagt, dass Israel in einer antisemitischen Welt beständig durch einen neuen Holocaust bedroht sei und sich dagegen mit allen Mitteln wehren müsse. Für die palästinensischen Opfer der völkermörderischen Gewalt wird auch jetzt keine Empathie aufgebracht. Stattdessen wird vor einer wachsenden Antisemitismusgefahr gewarnt, insbesondere durch einen sogenannten israelbezogenen Antisemitismus. Statt die Gewaltorgie in Gaza zu thematisieren, verlegt sich die Evangelische Kirche auf lauter Veranstaltungen zum Thema Antisemitismus. So bietet etwa die Evangelische Akademie zu Frankfurt einen Kurs an, „antisemitische Codes zu dechiffrieren“, der so annonciert wird: „Auch der zeitgenössische Antisemitismus heute trage ‚christliche Signaturen‘. So werde die Verleumdung von Juden im Mittelalter, sie ermordeten christliche Kinder, auf Pro-Palästina-Demonstrationen mit dem Ruf ‚Kindermörder Israel‘ aktualisiert fortgesetzt.“
Fazit: Ist das dokumentierte Verhalten als Beschweigen eines Völkermordes noch richtig beschrieben? Oder ist die einseitige Parteinahme der Evangelischen Kirche in einem Land, das Israel mit Waffen beliefert und den Protest dagegen als Antisemitismus verfolgt, nicht schon als Beihilfe zu werten? Was bringt die Evangelische Kirche in Deutschland zu dieser Haltung? Drei Faktoren:
Innerkirchliche Pressuregroups. In den Evangelischen Kirchen bildeten sich bei der unbedingt nötigen und wichtigen Aufarbeitung ihres Versagens in der Nazizeit in den 70er/80er Jahren Gruppierungen, die einen christlich-jüdischen Dialog aufnahmen. Jüdisches Gegenüber waren stets die Gemeinden des Zentralrats der Juden in Deutschland, die allerdings von Heinz Galinski („Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen.“) bis Josef Schuster einen immer stärkeren Wandel vollzogen haben hin zu einer bedingungslosen und offensiven Israelloyalität, die man übernahm. Aus verdienstvollen Anfängen wurde so ein problematischer Philosemitismus, der sich Juden nur in der Opferrolle vorstellen konnte, ein idealisiertes Israelbild pflegte und Judentum mit Zionismus gleichsetzte. Heute genießen Vertreter dieser Richtung vielfache Förderung, sind gut vernetzt und üben einen starken Einfluss auf die Kirchenleitungen aus.
Staatsräson. Für ihre Unterstützung des Staates Israel beim Gazakrieg hatte die deutsche Regierung nie den Rückhalt der Bevölkerung. 2025 hielten laut ZDF-Politbarometer gar 83 Prozent das militärische Vorgehen Israels für nicht richtig. Bereits 2015 hatten anlässlich 50-jähriger diplomatischer Beziehungen die ehemaligen Botschafter Shimon Stein und Mordechai Lewy „ein Gefälle zwischen der öffentlichen Meinung und den politischen Verantwortungsträgern“ ausgemacht: „Es scheint, als ob die deutsch-israelischen Beziehungen ein Projekt der Eliten seien …“, schrieben sie. Zu diesen Eliten zählen auch die Führungsetagen der Evangelischen Kirche. Hier möchte man sich in Zeiten schwindender gesellschaftlicher Bedeutung der Kirchen als staatstragend erweisen, wie jüngst erst die neue Denkschrift zur Friedensethik zeigte. Zu den Ungereimtheiten gehört, hier in Deutschland vor der rechten AfD zu warnen und gleichzeitig ein Israel zu unterstützen, in dem Rechtsradikale längst regieren.
Druck von jüdischen Gemeinden und Lobbyorganisationen. Der ehemalige Propst von Jerusalem Wolfgang Schmidt, einer der wenigen Integren bei diesem Thema, antwortete auf die Frage nach einem klaren Wort der Kirche mit dem Verweis auf die Wirkungslosigkeit zahlloser Appelle und sprach dezent die deutschen Hindernisse an: „Was kann hier eine kirchliche Verlautbarung aus Baden bewegen? Hinzu kommen die gewachsenen Beziehungen zu den jüdischen Gemeinden in Deutschland. Wegen der hohen Bedeutung, die Israel für sie hat, fühlen sie sich durch die Kritik am Staat vielfach persönlich getroffen. Vertrauen wird dadurch nicht selten nachhaltig beschädigt.“ Weniger dezent ausgedrückt: Bei unliebsamen Äußerungen wurde und wird mit Eklat und Beziehungsabbruch gedroht. Zusammen mit dem israelischen Botschafter, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, weiteren Lobbyorganisationen und den staatlichen Antisemitismusbeauftragten bilden sie eine Skandalisierungsmacht, der sich eine Institution wie die Kirche offenbar nicht zu widersetzen wagt. Dass dies für viele Menschen einen moralischen Offenbarungseid bedeutet und die Glaubwürdigkeit verloren geht, scheint demgegenüber von untergeordneter Bedeutung.




2 Kommentare
Sehr scharf analysiert.
Wenn die evangelische Kirche mehr Menschen wie sie in Verantwortung/Leitung hätte, wäre ihr Erfolg unaufhaltbar.
Moral und Ethik, die man nicht nur predigt sondern lebt !!! Insbesondere in Zeiten in denen man sich knallhart beweisen muss.
Wenn man dies nicht tut, darf man sich nicht wundern weshalb die Menschen sich von der Kirche abwenden. Denn eine rückgratlose Kirche braucht kein Mensch. Unnötig halt.
Es schmerzt mich dies zu schreiben, aber leider ist dies nun mal die Realität.
Ein großes Dankeschön mit viel Liebe :)
Danke für die Zusammenstellung!
Als Kirchenmitglied und aktiv in Friedensfragen, erlebe ich die schwierige Auseinandersetzung mit der Kirche und die Ausgrenzung derer, die sich mit Paläasitna befassen. Die aggressive Bahandlung der israelichen Regierung gegenüber der palästinensischen Bevölkerung ist ja schon sehr lange bekannt. Dass daraus nichts Gutes entstehen konnte, ist m.E. ein Grund für den 7.Oktober Überfall. Mir ist die große Frage, wie mit Schuld und Traumata des Holocaust umgegangen werden kann, ohne neue Ungerechtigkeit und Schrecken hervorzurufen. Da wäre vielleicht tiefer zu graben.
Pressure Groups, Wirtschafts-und Machterhaltsfragen spielen auch keine geringe Rolle.