13. Juli, Aula der Universität zu Köln. Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnet die Adenauer School of Government. Eine neue Einrichtung, finanziert von der Unternehmerfamilie Reimann. Sie soll künftige Führungskräfte für Wirtschaft, Politik und Verwaltung ausbilden. Rund 4.000 Studierende protestieren. Gegen Sozialkürzungen. Gegen eine konzernnahe Hochschulpolitik. Gegen Militarisierung, Rassismus und eine verschärfte Migrationspolitik. Sie stehen für eine solidarische Hochschule, für soziale Gerechtigkeit, für bezahlbare Bildung und Chancengleichheit.
Ausgeblendet bleibt an diesem Tag: Der Namensgeber des Eliteprojekts saß im Vorstand der Deutschen Kolonialgesellschaft. Er unterstützte Genozide, Menschenhandel und Rassismus für den imperialen Profit Deutschlands. Das spielt offenbar keine Rolle. Diese Verdrängung setzt sich bis heute fort. Die Politik der CDU reiht sich ein in eine europäische Tradition rassistischer und imperialer Ignoranz. Eine Tradition, die selten genug hinterfragt wird.
Während in Gaza unzählige unschuldige Menschen sterben, bleibt Deutschland einer der wichtigsten Waffenlieferanten Israels. Die Bundesregierung genehmigt weiterhin Waffenexporte. Mit diesen Waffen wird Profit erzielt. Auf Kosten unzähliger Menschenleben.
Aus den Gräueltaten der Geschichte hätte man lernen müssen: Niemand hat das Recht, sich über andere Menschen oder Völker zu stellen. Kein Staat und keine Menschengruppe sind mehr wert als eine andere. Gleichheit und Würde jedes Menschenlebens sind keine Zumutung. Sie sind die Grundlage.
Zwischen Trommelschlägen hallt ein Satz über die von der Julisonne ausgetrocknete Wiese: „Es gibt kein Recht auf Kolonialismus.“ Das ist die Botschaft dieses Tages.






